Subjuntivo
Präsens, Imperfekt und Futur im spanischen Subjuntivo.
Presente de subjuntivo
Das spanische Presente de Subjuntivo verwendest du, wenn du nicht einfach eine Tatsache feststellst, sondern:
- eine persönliche Haltung ausdrückst – z. B. Gefühle, Wünsche, Hoffnungen, Zweifel oder Bewertungen;
- über etwas sprichst, das noch nicht real ist, unbekannt, zukünftig oder unsicher.
Der Subjuntivo steht häufig nach que in zusammengesetzten Sätzen. Aber: nicht immer – wenn du Überzeugungen oder offensichtliche Tatsachen ausdrückst (wie bei „creo que…“ oder „es obvio que…“), benutzt du den Indicativo.
Das Presente de Subjuntivo bezieht sich auf Gegenwart oder Zukunft. Zum Einstieg reichen zwei Grundideen: subjektive Haltung und Situationen, die noch nicht real oder noch ungewiss sind.
Beispiele
Quiero que vengas conmigo
Ich will, dass du mit mir kommst
Das Mitkommen ist nicht sicher – es wird nur gewünscht.
Es triste que vivan tan lejos
Es ist traurig, dass sie so weit weg wohnen
Obwohl sie tatsächlich weit weg wohnen, bewertet der Sprecher die Situation emotional.
¡Que te vaya bien!
Alles Gute
Dies ist eine häufige Abschiedsformel, die einen Wunsch ausdrückt.
Es posible que llueva mañana
Es ist möglich, dass es morgen regnet
Das zukünftige Ereignis ist ungewiss.
Me acostaré cuando se ponga el sol
Ich werde schlafen gehen, wenn die Sonne untergeht
Das Untergehen ist sicher, aber zum Zeitpunkt des Sprechens noch nicht eingetreten; deshalb steht das Verb im Subjuntivo.
Te lo explico para que lo entiendas
Ich erkläre es dir, damit du es verstehst
„Para que…“ verlangt immer den Subjuntivo, da damit ein Ziel ausgedrückt wird, das möglicherweise nicht erreicht wird.
Busco un profesor que hable japonés
Ich suche einen Lehrer, der Japanisch spricht
Es ist unklar, ob so jemand existiert. Dagegen bezeichnet „Busco al profesor que habla japonés“ eine bestimmte, bekannte Person.
Imperfecto de subjuntivo (-ra)
Das Imperfecto de Subjuntivo wird verwendet, um persönliche Haltungen wie Gefühle, Wünsche, Hoffnungen, Zweifel oder Urteile auszudrücken – ebenso für hypothetische oder vorgestellte Situationen in Vergangenheit und Gegenwart. Im Deutschen ist diese Form vor allem vergleichbar mit Sätzen wie „Wenn ich reich wäre, dann …“, wobei „wäre“ ein Konjunktiv ist.
Anders als das Presente de Subjuntivo kann das Imperfecto de Subjuntivo auch Ereignisse beschreiben, die tatsächlich passiert sind, wenn sie in einem Nebensatz stehen – oft eingeleitet mit „que …“, also abhängig von einem übergeordneten Satzteil.
Hinweis: Es gibt zwei Formen dieser Zeit (auf -ra und -se), aber die -ra-Form ist bei Weitem die gebräuchlichste. Verwende sie standardmäßig.
Beispiele
Si tuviera dinero, viajaría por el mundo
Wenn ich Geld hätte, würde ich um die Welt reisen
Die Bedingung ist in der Gegenwart hypothetisch; das vorgestellte Ergebnis steht im Condicional.
Me miró como si no me conociera
Er schaute mich an, als ob er mich nicht kennen würde
Das vergangene Verhalten wird als hypothetischer Vergleich dargestellt.
Quería que vinieras a mi fiesta
Ich wollte, dass du zu meiner Party kommst
Der Wunsch wurde in der Vergangenheit geäußert.
Ojalá estuvieras aquí
Wärst du doch hier
Der gegenwärtige Wunsch widerspricht der Realität.
Hicieron que esperáramos una hora
Sie ließen uns eine Stunde lang warten
Das Warten fand tatsächlich statt; hicieron que erfordert hier den Subjuntivo im Nebensatz.
Futuro de subjuntivo
Selten oder historisch
Das Futuro de Subjuntivo ist eine heute kaum noch verwendete Verbform. Früher drückte sie Ungewissheit in Bezug auf zukünftige Ereignisse aus – etwa wie im älteren Deutsch „was auch immer geschehe …“. Im modernen Spanisch steht dafür das Presente de Subjuntivo.
Man kann dem Futuro de Subjuntivo noch in literarischen Texten, Rechtssprache oder feststehenden Wendungen begegnen. Im Alltag musst du die Form nicht aktiv verwenden; es reicht, sie als historische Besonderheit zu erkennen. Nutze stattdessen das Presente de Subjuntivo, wenn du Ungewissheit in der Zukunft oder hypothetische Situationen ausdrücken willst.
Beispiele
Adonde fueres, haz lo que vieres
Wohin du auch gehst, mach es wie die Menschen dort
Dies ist ein traditionelles Sprichwort und bedeutet sinngemäß „Andere Länder, andere Sitten“. Im heutigen Spanisch würde man im Presente de Subjuntivo sagen: „Adonde vayas, haz lo que veas“.
El que fuere encontrado culpable será castigado
Wer für schuldig befunden wird, wird bestraft
Diese Formulierung ist extrem formell und juristisch; im heutigen Sprachgebrauch heißt es im Presente de Subjuntivo: „El que sea encontrado culpable …“.
